Gesundheitsnachrichten

01.09.10

Tumorkrank und trotzdem fit!

Institut für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation bietet ambulantes Rehabilitationsangebot für Krebs-Patienten an

Mainz - Krebserkrankte sind während ihrer medikamentösen Behandlung häufig mit Phasen der Passivität konfrontiert. Bewegungsmangel und Inaktivität prägen den Alltag der Patienten. Diesem häufig unnötigen Verlust an Lebensqualität begegnet das Institut für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz mit einem ambulanten Rehabilitationsangebot: Ab 9. September treffen sich Tumorpatienten jeden Donnerstag ab 10.15 Uhr in der Bewegungshalle im Untergeschoss des Gebäudes 505 (Chirurgie) in der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz), um eine Stunde lang Koordination, Muskelkraft, Ausdauer und Gleichgewicht zu trainieren.

Zusammen mit der Kursleiterin, der Physiotherapeutin Tania Kilian, lernen und üben die Kursteilnehmer auch Atem- und Entspannungstechniken. Dieses ambulante Reha-Angebot wird von einigen Firmen unterstützt, so dass die Teilnahme für die Betroffenen derzeit kostenfrei ist. Interessenten können sich zu einem Vorgespräch und einem Eingangs-Check telefonisch unter 06131 17-2085 anmelden. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Im Rahmen von Tumorerkrankungen kommt es sehr häufig zu medikamentösen Behandlungen, die die physische und psychoemotionale Belastungsfähigkeit der Patienten drastisch reduzieren. Insbesondere Bewegungsmangel und Inaktivität sind typische Kennzeichen solcher Behandlungsphasen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Betroffenen diese Phasen der Passivität überwinden, sobald die Therapie dies erlaubt. Dies geschieht oft aus einem Gefühl der Überforderung heraus, aus mangelndem Vertrauen zur eigenen Leistungsfähigkeit, aus fehlendem Antrieb und Unsicherheit. So schöpfen zahlreiche Patienten ihre Möglichkeiten bei weitem nicht aus. Weiterer Verlust von Leistungsfähigkeit, Unzufriedenheit und soziale Isolation sind typischen Folgen.

Das ambulante Rehabilitationsangebot in Form einer physiotherapeutischen Gruppentherapie zielt darauf ab, dass Patienten das verlorene Selbstvertrauen in den eigenen Körper wiederfinden, Zugang zur realen Belastbarkeit gewinnen, ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern und damit Passivität und sozialen Rückzug verhindern.

 

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung - die Apotheke und die Transfusionszentrale - gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet.

01.09.10

Faltblätter zu Physiotherapie und Vorbeugung für Patienten

Der ZVK informiert in neuen Faltblättern Patienten, Eltern, Therapeuten, Schüler, Studierende zu zahlreichen Themen der Physiotherapie.

Faltblätter zu Therapie und Vorbeugung für Patienten und ggf. für Eltern finden Sie derzeit zu den Themen:

  • Atemtherapie
  • Beckenbodenschule für Frauen und Männer
  • Bewegte Kinder – ein Physio-Kinderprogramm
  • Physiotherapie bei Hüftdysplasie im Säuglings- und Kindesalter
  • Die ersten Jahre im Leben eines Kindes
  • Psychomotorik – Entwicklungsförderung für Ihr Kind
  • Bewegungsfreiheit wiedergewinnen durch PNF
  • Heilen mit Strom – Elektrotherapie in der Physiotherapie
  • Physiotherapie bei Bandscheibenvorfall
  • Physiotherapie bei Gefäßerkrankungen
  • Physiotherapie nach Schlaganfall
  • Physiotherapie für Frauen und Männer mit Inkontinenz
  • Gesundheit fördern bei Osteoporose
  • Präventive Rückenschule
  • Prävention durch gesundes Walking und Jogging und Nordic Walking
  • Physiotherapie nach der Geburt


Flyer für Schüler und Studierende in der Physiotherapie sowie für Physiotherapeuten finden Sie zu den Themen:

  • Ausbildung in der Physiotherapie
  • Studium in der Physiotherapie
  • Physiotherapeut – ein Beruf mit Zukunft
  • Der ZVK – eine starke Interessenvertretung
  • Berufseinstieg mit dem ZVK – Gemeinsam mehr erreichen
  • Arbeiten in Europa/Arbeiten weltweit
  • Information zur Honararvereinbarung

Bestellmöglichkeiten der Faltblätter finden Sie auf der Homepage des ZVK.

Haben Sie Fragen, Anregungen. Der ZVK steht Ihnen gerne unter info@zvk.org zur Verfügung.


Öffnet externen Link in neuem FensterPhysiotherapeuten finden Sie bei der Deutschen Therapeutenauskunft.

31.08.10

Sechs Jahre "Heidelberger Modell der Musiktherapie bei chronischem Tinnitus"

Forschungsergebnisse erfolgreich in die Praxis umgesetzt - Kompakttherapie ist effektivste Behandlungsform

Heidelberg, 30. August 2010 - Seit 2004 erforscht und entwickelt das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg in engem Verbund mit der HNO-Universitätsklinik Heidelberg und der Universitätsklinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie Homburg/Saar eine der wirksamsten Behandlungsformen bei chronischem Tinnitus.
Im Rahmen von verschiedenen Forschungsstudien wurden zwischen 2004 und 2009 am Viktor Dulger Forschungsinstitut des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung in Heidelberg über 150 Patienten mit chronischem, tonalem Tinnitus und Tinnitus-Rauschen erfolgreich behandelt. Ziel war, mit Hilfe von bildgebenden (fMRT) und audiometrischen Kontrolluntersuchungen, die Wirksamkeit des Behandlungskonzepts zu überprüfen. Als effektivste Behandlungsform kristallisierte sich die nur fünf Tage andauernde Kompakttherapie heraus. In der neurowissenschaftlichen und HNO-ärztlichen Überprüfung zeigte diese Behandlungsform die besten Resultate - eine weitgehende Normalisierung der Tinnitus-bezogenen Veränderungen im Gehirn mit einer deutlich spürbaren Verbesserung für die Probanden.

Mit Gründung der Tinnitusambulanz am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung und der Einführung der Kompakttherapie als Regelversorgung 2009 wird das Heidelberger Modell in die Praxis umgesetzt. Seitdem wurden rund 160 Patienten behandelt, von knapp 120 Patienten liegen derzeit Daten über den gesamten Nacherhebungszeitraum (3 Monate) vor.

Die Ergebnisse zeigen die erfolgreiche Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis. Die Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell ist auch in der Regelversorgung hocheffektiv und sehr effizient. Nach einer Kompakttherapie erreichen mehr als 80 % der Patienten eine zuverlässige Verbesserung der Symptomatik, die auch über die Therapiephase hinaus stabil bleibt. Die hohe Effizienz begründet sich in der Kombination von psychologischen und musikalischen Elementen der Therapie sowie im hohen Qualitätsmanagement. Dazu zählt in den Versorgungstherapien insbesondere die regelmäßige Evaluation der Symptomatik der Patienten durch standardisierte Fragebögen, elektrophysiologische Messungen, tägliche Frequenzmessungen sowie die durchgängige Supervision der Therapeuten. Dadurch kann eine gleichbleibend hohe Therapiequalität auch außerhalb von Forschungstherapien gewährleistet werden. Die unbefriedigende Behandlungssituation von chronischem Tinnitus kann durch die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis wesentlich verbessert werden.

Weitere Forschungsstudien zu den Themen "Tinnitus im Jugendalter" und "Musiktherapie bei akutem Tinnitus" am Viktor Dulger Forschungsinstitut sind in Planung.

Die Tinnitusambulanz bietet laufend Kompakttherapien für Patienten mit tonalem Tinnitus sowie mit Tinnitus-Rauschen an. Weitere Informationen für Patienten sind telefonisch erhältlich unter 06221 - 79 63 101 oder per E-Mail unter tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de.


Weitere Informationen:

Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartner: Dorothea Weber
Maaßstraße 32/1
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 83 38 74
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de
Internet: www.dzm-heidelberg.de

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung und Praxis unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation erkrankter Menschen. Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.


Weitere Informationen:

www.dzm-heidelberg.de

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